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versuchte Antworten auf 987 Fragen aus den Filmen von Jean-Luc Godard, Jenny
Kropp
Der Arbeit wohnt die Sehsucht nach Antworten
und Erklärung inne,
wobei das Motiv des Scheiterns und Verwerfens solcher Wünsche und
Forderungen mit eingeschlossen ist. Es ist ein kontemplatives Werk, dass
nach Durchdringung sucht. Fragen werden beantwortet und verworfen, es
entsteht der Moment des .Nochmal" in Form einer unproduktiven Verausgabung.
Die Arbeit steht somit im Spannungsverhältnis zwischen konstruierenden
und dekonstruierenden Handlungsmotiven. Das Scheitern und Verwerfen der
Antworten wird durch die ständige (bis zur Verausgabung führende)
Wiederholung bis ins Absurde geführt, jedoch entsteht in dieser Übertreibung
etwas Neues, eine Aufladung von Bedeutung.
Glaube und Zweifel spielen in dieser Arbeit
eine wichtige Rolle. Natürlich
ist die Arbeit eine Tatsachenbehauptung, die Überprüfbarkeit
ist nicht gegeben, da die Antworten im Verborgenen liegen. Allein der
Titel der Arbeit prägt die Erwartungen der Betrachter und beeinflußt
ihre Wahrnehmung. Dennoch bleibt die Frage offen, ob es sich dabei um
eine blasse Behauptung oder die Wahrheit handelt. Es ist das alte Thema
des Bilderstreits: Ist das, was ich sehe Wahrheit? Oder ist das, was
ich sehe fiktiv? Ist es eine Behauptung des Künstlers oder verkündet
der Künstler die Wahrheit? Wir befinden uns also in einem Terrain
zwischen Wissen, Glauben, Vermutung und Zweifel.
48.000 Antworten auf 987 Fragen haben sehr
viel Zeit gekostet, wir haben also kostbare Zeit in Materie überführt,
die auf den ersten Blick ein Abfallprodukt ist. Es handelt sich also
quasi um eine unproduktive Verausgabung, die die Sinnfrage ins Spiel
bringt. Welche Bedeutung hat also Zeit, die keinen unmittelbaren Sinn
hat, aber trotzdem verbracht wird? Hat diese Zeit einen wert, wenn
sie intensiv verbracht wird? Und inwiefern strahlt die Arbeit diese
Intensität aus? Durch die Übertreibung
entsteht jedoch etwas Neues, der Berg ist aufgeladen von Bedeutung.
Jenny
Kropp |
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